Tanz Kritik

Eine Nummer zu groß: Nurejews "Schwanensee"

Lexikon | ANDREA AMORT | aus FALTER 12/14 vom 19.03.2014

Wie schwer es ist, mit Erbmasse umzugehen, lässt sich in der Staatsoper beobachten. 50 Jahre alt ist die Wiener "Schwanensee"-Choreografie von Rudolf Nurejew. Ballettchef Manuel Legris lernte zwar tänzerisch noch von Nurejew, die Neueinstudierung des Tschaikowski-Klassikers in einer billig wirkenden Ausstattung von Luisa Spinatelli hat er allerdings nicht bewältigt. Von Regie und Esprit keine Spur. Da wurden Schritte geprobt, der Inhalt vergessen, und der Stil blieb auf der Strecke. Dazu kommen Besetzungsprobleme. Wien hat keinen Danseur noble, der den Siegfried tanzen und spielen kann. Olga Esina, die einzige infrage kommende Odette, verletzte sich während des dritten Aktes, hielt aber bis zum Ende durch; das stilistische Fein-Tuning steht noch aus.

Staatsoper, Fr 19.30


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige