DER FEINE MANN FÜRS GROBE

Wer ist der Mann, der den Burgtheater-Chef entließ? Josef Ostermayer, rechte Hand des Bundeskanzlers und Beinahe-Gitarrist von Nirwana, dirigiert nun die österreichische Kulturpolitik

Feuilleton | Porträt: Matthias Dusini | aus FALTER 12/14 vom 19.03.2014

Seine Miene ist ernst, der Mund ein gerader Strich. "Das ist die unangenehmste Situation in meiner ganzen politischen Laufbahn", sagt Kulturminister Josef Ostermayer und stützt sich auf das gläserne Rednerpult. Im herrschaftlich dekorierten Kongresssaal des Bundeskanzleramtes gibt er bekannt, dass er soeben den Burgtheaterdirektor Matthias Hartmann fristlos entlassen hat. Die Lektüre zweier Rechtsgutachten habe ihm keine andere Wahl gelassen.

Den eng sitzenden blauen Anzug wird er am Abend im "ZiB"-Studio gegen einen dunkelgrauen ausgetauscht haben. Der Seitenscheitel ist perfekt gezogen, die Stimme nicht staatstragend brustsonor, sondern eher fistelig aus dem Kehlkopf. Er verstolpert das eine oder andere Wort, aber der Inhalt ist messerscharf. Einen Tag vor dem 53. Geburtstag und als eine seiner ersten Amtshandlungen hat Ostermayer den dicksten Baum der staatlichen geförderten Kulturproduktion gefällt. Zack!

Während die Fragen der Journalisten auf den bei der Pressekonferenz ebenfalls


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