Buch der Stunde

Selbstgespräch des Autors mit einem 15-Jährigen

Feuilleton | Thomas Leitner | aus FALTER 12/14 vom 19.03.2014

Eigentlich geht es bei Navid Kermani ohnehin immer "nur" um das eine: das Ich, die Welt und die Entgrenzung der beiden - egal, ob in seinen Hölderlin- und Jean-Paul-Vorlesungen, dem autobiografischen Romanungetüm "Dein Name" oder in Reiseberichten aus den Krisengebieten des Nahen Ostens. Noch nie aber wurde das Thema so konzis abgehandelt wie in der vorliegenden Selbstbetrachtung: Ein 47-jähriger Vater eines 15 Jahre alten Sohnes tritt im Zwiegespräch mit dem 15-Jährigen, der er selbst einst war, als er von einer älteren Mitschülerin, gar schon Maturantin, sehr wörtlich "zur Brust genommen" und innerhalb Wochenfrist wieder abserviert wurde.

Weltbewegend erscheint dem Knaben auch der zeitgeschichtliche Hintergrund dieser individuellen Erschütterungen: Friedensbewegung, Proteste gegen den Nato-Doppelbeschluss und erste ökologische Bürgerinitiativen. Weltrevolution wurde dann aber doch keine daraus.

Ironisch-emphatisch beschäftigt sich der Autor also mit sich selbst, mit dem Verhältnis


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