Wahlrecht für den Groll auf Europa

Nur wenn die Europäer ihre Politiker abwählen dürfen, hat die Europäische Union eine Zukunft

Falter & Meinung | Gastkommentar: Christoph Hofinger | aus FALTER 12/14 vom 19.03.2014

Im Jahr 2008 waren die US-Amerikaner zutiefst unzufrieden mit der Entwicklung der Vereinigten Staaten. Irakkrieg, ein unfähiger, von einem zwielichtigen Vize gesteuerter Präsident, Vorboten der großen Krise. Viele langfristige Trends - etwa die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich - gingen in die falsche Richtung. Eigentlich ein Anlass, am Konstrukt "Vereinigte Staaten" zu zweifeln und sich mit Grauen von der US-Politik abzuwenden.

Stattdessen stieg die Wahlbeteiligung, die Amerikaner schickten George W. Bush in Pension und gingen das Wagnis ein, einem relativ unerfahrenen Senator und dem ersten Afroamerikaner die Geschicke des Landes anzuvertrauen. Die "Greatest Nation on Earth" war bereit, ein weiteres Kapitel in die Geschichtsbücher zu schreiben.

Dass dieser Neustart 2008 (wie schon zahlreiche Male zuvor) möglich war, hat einen simplen Grund: Die ihrer Zeit weit vorausdenkenden Gründerväter der Vereinigten Staaten hatten in der überaus cleveren Verfassung genau einen Wahlgang


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