Mitleid mit Medusa

Das Kunsthistorische bringt wieder Drama in seine Säle: "Ganymed Goes Europe"

Feuilleton | Bildbegehung: Nicole Scheyerer | aus FALTER 12/14 vom 19.03.2014

Ein solches Projekt muss jedem Museumsdirektor den Mund wassrig machen: Die in der Regel trockene Vermittlung von altmeisterlicher Malerei wird bei dem Theater-Parcours "Ganymed goes Europe" zu einem Erlebnis, das den vor Jahrhunderten geschaffenen Tableaus von Göttern, Heiligen und Aristokraten heutige Relevanz abtrotzt.

Nach dem großen Echo auf die erste Ausgabe "Ganymed Boarding" 2011 zieht nun das Nachfolgeprojekt in die nächtliche Gemäldegalerie des Kunsthistorischen Museums ein. Das von den Regisseuren Jacqueline Kornmüller und Peter Wolf ersonnene Konzept ist gleich geblieben: Schriftsteller schreiben zu einem Bild ihrer Wahl einen Text, Schauspieler erwecken ihn vor dem Gemälde zum Leben.

Seinen Reiz bezieht dieser ungewöhnliche Theaterabend nicht zuletzt aus dem Rotationsprinzip. Die Minidramen -zumeist Monologe -dauern nur wenige Minuten, dann heißt es zum nächsten Schauplatz weiterziehen. Während man bei der ersten "Ganymed"-Ausgabe noch drei Stunden stehen und gehen


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