Nüchtern betrachtet

Seriöses Serienleben? Geht leider oft daneben!


Klaus Nüchtern
Feuilleton | aus FALTER 12/14 vom 19.03.2014

Der "Trottelwind" (Bob Dylan) vom vergangenen Wochenende war in hervorragender Weise dazu geeignet, die alle paar Jahre neu konstatierten Selbstverbiedermeierungstendenzen (Stichwort: Cocooning) zu bestätigen. Denn wer hat bei einem dermaßen blöden Blasius schon Lust, öfter und länger als unbedingt nötig das Haus zu verlassen und dabei Gefahr zu laufen, seines senfgelben Schnürlsamthutes verlustig zu gehen. Nein, nein, nein, da bleibt man doch lieber samt seinem Stockschnupfen im Sofa stecken und schaut zu, wie die Eisenbahnen von den Brücken purzeln und die Dachdecker entzweigehen. Dazu gibt's Stew, mit einer Fledermaus vom Rind, die man vorsorglich beim Fleischhauer bestellt und in Sicherheit gebracht hat, bevor irgendein siebenseidener Seifensieder den Sack mit den ungünstigen Winden öffnen konnte.

Der Trottelwind vom vergangenen Wochenende wäre ein hervorragender Anlass gewesen, um (Stichwort: Binge-Watching) den quasi semi-kannibalistischen Stewverzehr (couch-potatoes-eating-real-potatoes)

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