Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 12/14 vom 19.03.2014

Wenn auf einem Blatt Papier, das in der Redaktion gefunden wurde, "Butter und Bier" steht, handelt es sich dann um a) eine Notiz von Tex Rubinowitz, b) den Titel für einen Lyrikband von Armin Thurnher, c) die Einkaufsliste von Ingrid Brodnig, d) Tex Rubinowitz' Entwurf für die Titelseite eines Lyrikbandes von Armin Thurnher, der auf den Einkaufslisten von Ingrid Brodnig basiert und intertextuellen Schabernack mit den Elegien Hölderlins treibt?

Antwort a) kann jedenfalls ausgeschlossen werden, denn Rubinowitz ist schwer alliterophob - behauptet er jedenfalls. Listen hingegen sind bei Rubinowitz so beliebt wie beim Rest der Menschheit, weswegen er auch unlängst ein Listen-Buch herausgebracht hat ("Die sieben Plurale von Rhabarber", Rowohlt, 144 S., € 9,30), was jetzt nur einmal so erwähnt sei, wohingegen Brodnig just in dieser Ausgabe über die Website Buzzfeed schreibt, die vor allem mit sogenannten Listicles gefüttert wird (S. 23).

Wobei sich die Frage stellt, wie viele Dinge eine Liste eigentlich auflisten muss, um als Liste gelten zu dürfen. Konstituieren die Begriffe "Bier" und "Butter" bereits eine Einkaufsliste? Oder müsste da erst noch "Brot" dazukommen? Eine Liste von 3 Fragen hat der Naro für Martin Schulz und Jean-Claude Juncker ausformuliert (S. 10), Kralle hat ein Drama mit 5 Akten verfasst, der Wurme ist 8 Stunden mit dem Zug von Leipzig nach Wien gefahren, und Robert Rotifer hat 13 Wochen lang auf das Interview mit Russell Brand (S. 36) gewartet. Herr Ober, 21 Biere für Signore Fibonacci, aber pronto!


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige