"Ich kann und will nicht mehr schweigen"

Eine junge Beamtin plagt ihr Gewissen: Der Selbstmord eines Häftlings in Graz entwickelt sich zum Kriminalfall

Politik | Bericht: Florian Klenk | aus FALTER 12/14 vom 19.03.2014

Am Nachmittag des 7. November hatte der "Nachtdienstposten 11" der Justizanstalt Karlau die Kellerzelle B006 routinemäßig inspiziert. "Beim Blick durch die Beobachtungsöffnung", so gab der Beamte zu Protokoll, "sah ich den Insassen D. am Boden neben dem Heizkörper sitzen!"

Der Wärter öffnete die "Speiseklappe", sprach den reglosen Insassen an. Weil der sich nicht rührte, schüttete er ihm durch die "Speiseöffnung" Wasser ins Gesicht. Dann eilte der Nachtdienstkommandant herbei und stellte fest, "dass sich der Strafgefangene D. am Heizkörper mit seinem Hosenriemen erhängt hatte und ihm die blau angelaufene Zunge aus dem Mund hing". Ronald D. wurde 40 Jahre alt.

Sein Selbstmord wurde als tragischer Unglücksfall zu den Akten gelegt (der Falter berichtete).

Nun entpuppt sich die Causa als Kriminalfall. Es geht um die Frage, mit welcher Sorgfalt Anstaltspsychologen und Psychiater Insassen untersuchen müssen, ehe sie diese in den archaisch anmutenden Keller "absondern".

Denn im Fall D.

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