"Wir arbeiten alle für den Großen Bruder"

Bislang war Russell Brand Moderator, Schauspieler und Skandalnudel. Nun kommt er im Rahmen seiner "Messiah Complex Tour" nach Wien, um ganz unironisch den Systemsturz zu propagieren

Feuilleton | Gespräch: Robert Rotifer | aus FALTER 12/14 vom 19.03.2014

In Nicholas Stollers Komödie "Get Him to the Greek" lieferte Russell Brand 2010 eine Satire auf soziales Engagement als klassische Zuflucht des abgewrackten Showbiz-Darlings: Als fiktiver britischer Rockstar Aldous Snow singt er darin einen als großmütige Geste gemeinten, zur größtmöglichen Anmaßung geratenen Song namens "African Child". Das dem echten Brand täuschend ähnliche Film-Ego (der Hader mit harten Drogen!) findet aus dieser Verirrung schließlich zurück zu seiner angestammten Lebensrolle als selbstsüchtiger, aber liebenswerter Charmebolzen.

Nur drei Jahre später ist der in der Zwischenzeit unter anderem durch eine kurze Ehe mit Popstar Katy Perry zur internationalen Klatschfigur avancierte, schlagfertige Komiker, Moderator und Schauspieler selbst der Versuchung erlegen, seine beträchtliche Popularität zur Weltverbesserung einzusetzen. Zwecks Bewerbung seines jüngsten Soloprogramms "Messiah Complex" betätigte er sich als Gastredakteur einer Ausgabe des New Statesman


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