Auf dass die Äuglein viereckig werden!

Beinahe 200 Filme und Videos tauchen beim Filmfestival Diagonale in die Weiten des österreichischen Films ein

Lexikon | MARIA MOTTER | aus FALTER 12/14 vom 19.03.2014

Rund l500 Filme quer durch alle Genres und Längen wurden zur Diagonale 2014 eingereicht. War das Vorjahr reich an neuen Spielfilmen, so punktet diesmal der Dokumentarfilm. Eröffnet wurde bereits mit Johannes Holzhausens "Das große Museum" in einer Vorführung für geladene Gäste ebenso wie als Publikumsscreening mit freiem Kartenverkauf. Bereits vor dem Beginn der Diagonale waren Vorstellungen wie jene von Johanna Moders Spielfilmdebüt "High Performance"(siehe S. 52) ausverkauft. Bei den Dokus reichen österreichische Produktionen von Roadmovies im hohen Norden ("Sitzfleisch" von Lisa Weber) über intime, autobiografische Nachforschungen ("Das Kind in der Schachtel" von Gloria Dürnberger) zu heutigen Goldgräbern in einem dokumentarischen Western ("Earth's Golden Playground" von Andreas Horvath) und persönlichen Kämpfen von Boxerinnen in den USA ("Tough Cookies" von Ruth Kaaserer).

Insgesamt laufen 192 Filme und Videos, davon 44 Uraufführungen und 28 Österreich-Premieren. Empfehlenswert sind die "kurzen" Programme mit Kurzdokus und -spielfilmen sowie innovativen Filmarbeiten. Toll ist die Filmauswahl des Spezialprogramms "Ein anderes Land", das aus der Sammlung des Österreichischen Filmmuseums schöpft und eine cineastische Idee von Österreich vermittelt. Nicht zuletzt belebt das Festival mit Gesprächen über das Kino: Als internationales Kaliber wird die Kamerafrau Agnès Godard begrüßt, die es versteht, Gefühle in Bilder zu übersetzen. Mit der Französin gibt es ein Werkstattgespräch (20.3., 13.30, Annenhof 5). Von seiner aktuellen Arbeit berichtet etwa auch Gerald Igor Hauzenberger, der für "Last Shelter" den Protest der Flüchtlinge in der Wiener Votivkirche dokumentiert. Die Personale würdigt Manfred Neuwirth, während in Kooperation mit dem Kunsthaus (siehe rechts) das filmische Werk des amerikanischen Künstlers James Benning samt Matinee zu "Landscape Suicide"(23.3., 13.30 Uhr, Kunsthaus Graz) betrachtet wird.

Graz, bis 23.3.


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