Als das Prekariat noch irgendwie Boheme war

Unkorrekter denn je und noch immer rasend komisch: Eckhard Henscheids Schelmenroman "Die Vollidioten"

Feuilleton | Lektüre: Klaus Nüchtern | aus FALTER 12/14 vom 19.03.2014

Nun ist es auch schon wieder 41 Jahre her, dass Eckhard Henscheids Debütroman "Die Vollidioten" erschienen ist - subskriptionsvorfinanziert und "in merkwürdig schlampig-druckfehlerreicher und späterhin auch stark aus dem Leim gehender Gestalt", die dafür der weiteren Auskunft des Autors zufolge in den Folgejahrzehnten "von Antiquariaten für Millionen, ja fast Trillionen Euro gehandelt" wurde. Das doofe Wort "Kultbuch" ist hier also durchaus angebracht, zumal es ja nicht besagt, dass das Feuilleton und die Kritik die Qualitäten des Romans flächendeckend verkannt hätten. Durchaus nicht.

Als einen historischen Roman aus dem Jahr 1972 wies der Untertitel das Opus schon zum Zeitpunkt seiner Erstveröffentlichung aus, und die Geschichtsträchtigkeit ist heute natürlich nicht geringer geworden. Einige der handelnden Personen, die der Autor seinem Frankfurter Freundeskreis, Berufsumfeld und Milieu entnommen und in vielen Fällen auch gleich mit Klarnamen versehen hat, weilen nicht mehr


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