Film Neu im Kino

Katharsis statt Karriere: "Hannas Reise"

Lexikon | MO | aus FALTER 12/14 vom 19.03.2014

Hanna aus Berlin will Karriere machen. Was im Lebenslauf der BWL-Studentin halt noch fehlt, ist ein soziales Praktikum. Am besten eines in Israel, meint sie ohne Ironie: "Was mit Juden kommt gut, und behinderte Juden zählen gleich doppelt!" Julia von Heinz erzählt in "Hannas Reise" die Geschichte einer Läuterung. Denn kaum findet Hanna sich in Tel Aviv und dem Chaos der versifften WG ein, geraten ihre beschränkten Lebensvorstellungen alsbald ins Wanken: Zum einen durch die Arbeit mit dem gleichaltrigen Israeli Itay, zum anderen durch die Begegnung mit Gertraud, einer Überlebenden der Shoah, in deren Obhut, wie sich herausstellt, schon Hannas Mutter einst ihre Politisierung erfuhr. Zieht man die allzu wohlfeilen Szenen ab, bleibt ein passabler Film und das großartige Ensemble übrig: Karoline Schuch, Doron Amit und Theaterikone Lia Koenig.

Ab Fr in den Kinos (OmU im Filmcasino)


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