Der Hochmut des Westens

Die Ukraine ist nicht nur ein Opfer Wladimir Putins. Sie ist auch eines der Europäischen Union

Politik | Analyse: Reinhold Knoll | aus FALTER 12/14 vom 19.03.2014

Die Krise in der Ukraine ist vermutlich ein wichtiger Indikator für die ungebrochene Geltung einer historischen Frage: Wie verhält sich Russland zur eigenen Vorstellung vom "Westen"?

Besser formulierte es der russische Historiker Wassilij Kljutschewski vor etwas mehr als 100 Jahren: Was versteht man in Russland unter "Westen"?

An diesen dachten die Dekrabisten, die adeligen Revolutionäre, vor bald 200 Jahren bei ihren Aufständen, daran dachte der Philosoph und Schriftsteller Alexander Herzen, nachdem er nach Paris emigriert war und mit seinem Vermögen die Versammlung der Ersten Internationale bezahlte. Und dagegen richtete Fjodor Michailowitsch Dostojewski seine politischen Schriften.

In welche russische Denktradition ist Putin einzuordnen? Ist sein Verständnis eher am harten Kurs von Iwan dem Schrecklichen, Stalin und Breschnew orientiert oder an den vormaligen deutschen Prinzessinnen, die als Zarinnen die russische Version der Aufklärung proklamierten, als Zarin Katharina sogar den


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