Kolumne Außenpolitik

Warum der türkische Premier den Twitter-Vogel abschießt

Falter & Meinung | FRANZ KÖSSLER | aus FALTER 13/14 vom 26.03.2014

Von Georgien bis zur Krim: Die jüngsten russischen Invasionen haben sich am Schwarzen Meer abgespielt. Am Ufer gegenüber war die Türkei eine Art Bollwerk dagegen, militärisch als Nato-Partner und demokratiepolitisch mit der Perspektive einer Mitgliedschaft in der EU. Jetzt droht das erfolgreiche Modell an einem autoritären Premier und einem undurchsichtigen inneren Machtkampf zu zerbrechen.

Vor ein paar Tagen ließ Premier Erdogan Twitter sperren, um seine Kritiker mundtot zu machen. Regelmäßig waren über Twitter brisante Enthüllungen über Korruption und Skandale aus Erdogans engstem Kreis in die Öffentlichkeit gelangt. Mit dem Verbot gesteht er nun die Kluft ein, die sich zwischen seiner Führung und dem dynamischsten Teil der türkischen Gesellschaft aufgetan hat.

Wenn man Istanbul besucht, kann man die Aufbruchsstimmung erleben, die sich im vergangenen Sommer in den Demonstrationen gegen Erdogans autoritären Führungsstil Luft machte. Die traditionellen Medien verloren ihre


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige