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Falter & Meinung | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 13/14 vom 26.03.2014

Im "Morgenjournal" vom vergangenen Montag bezeichnete der Politologe Peter Filzmaier Hans-Peter Martin als "die große Unbekannte" der bevorstehenden EU-Wahlen, deren Ambitionen "noch unklar" seien. Für den Standard war unklar einzig, "wer diesmal auf seiner Liste kandidiert". Sicher hingegen sei, "dass die Hauptthemen und die Wahlkampagne sich kaum von denen in der Vergangenheit unterscheiden werden". Bereits eine halbe Woche davor hatte Martin Armin Thurnher in seinem (nicht: dessen!) in Auflösung begriffenen Büro davon in Kenntnis gesetzt, dass er seine Politkarriere beenden und nicht mehr kandidieren werde (S. 10 ff.).

Die offi ziellen Gründe sind das eine, die Wahrheit ist womöglich eine andere. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit liegt hier eine zumindest EU-, eventuell sogar weltweite Verschwörung vor, Falter-Cover mit Feuilletonthemen zu verhindern, denn ursprünglich war die Band Kreisky, die Gerhard Stöger getroffen hat (S. 24 ff.), für die Titelseite vorgesehen. Die Drahtzieher dieser klandestinen kulturfeindlichen und kreiskyphoben, vor Kollaboration mit dem Ku-Klux-Klan keineswegs kneifenden Kampäin werden in der Falter-Redaktion selbst vermutet, in der es mehr Maulwürfe gibt als im MI6 während des ganzen Kalten Krieges. Man macht sich gar keine Vorstellungen von den trüben Allianzen, die geschmiedet werden, solange es nur gegens Feuilleton geht. Als die Schriftstellerin Ruth Klüger im Oktober 2008 aufs Falter-Cover sollte, stieg Jörg Haider schnell noch einmal aufs Gaspedal seines Sonnenwagens.


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