Mir scheint, ich habe eine Frau im Ohr

In Spike Jonzes "Her" ist Scarlett Johansson nicht zu sehen, aber dennoch sehr präsent

Feuilleton | FILMKRITIK: MICHAEL PEKLER | aus FALTER 13/14 vom 26.03.2014

Theodore Twombly kann mit seiner Stimme Briefe verfassen. Er sitzt in einem hellen Büro an seinem Schreibtisch und flüstert Worte, die anderen Menschen mangels Kreativität oder entsprechender Gefühle nicht einfallen. Dank eines Computerprogramms erscheint das, was er von sich gibt, als bunte Briefe auf dem Bildschirm. Ob es sich um Glückwünsche zum Geburtstag handelt oder um Gratulationen zur Hochzeit -Theodore ist ein Meister des Ausdrucks und der Zwischentöne. Seine Königsdisziplin aber ist der Liebesbrief.

Ausgerechnet in Liebesdingen aber erleidet er selbst eine Niederlage. Die Unterzeichnung der Scheidungspapiere steht bevor, und das ist nicht bloß eine Ironie des Schicksals, sondern hat ganz handfeste Gründe: Die richtigen Worte müssen eben auch gefunden werden, wenn einem die eigene Frau gegenübersitzt.

Da verläuft Theodores Beziehung zu seinem neuen personalisierten und mit emotionaler Intelligenz ausgestattetem Computersystem schon wesentlich harmonischer. Theodore hat


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