Wenn Staatsanwälte Schnecken werden

Seit fünf Jahren ermittelt die Justiz gegen Grasser & Co. Schuld daran trägt auch veraltetes Justiz-Management


KOMMENTAR: FLORIAN KLENK
Falter & Meinung | aus FALTER 13/14 vom 26.03.2014

Diese Woche kommt es zu einem kuriosen Prozess. Ex- Finanzminister Karl-Heinz Grasser - vertreten durch Ex-Justizminister Dieter Böhmdorfer - verklagt seinen Steuerberater.

Grasser wirft diesem vor, er habe ihn, den obersten Steuereintreiber, nicht darüber informiert, dass er in Österreich steuerpflichtig ist.

KHG hat ja bekanntlich nicht nur die Kripo am Hals, weil er sich bei Privatisierungsvorgängen mit Millionen bereichert haben soll. Auch die Steuerfahndung moniert, er habe seine bei Julius Meinls MIP verdienten Millionen nicht ordentlich versteuert.

Was Karl-Heinz Grasser da gerade gegen einen der Hauptbelastungszeugen unternimmt, nennt man Chuzpe, jiddisch für Dreistigkeit. Grasser setzt auf Angriff: gegen seine Ankläger und Belastungszeugen -und das seit mehreren Jahren.

Er behauptet (ungestraft), eine politische Justiz führe gegen ihn einen jahrelangen Prozess. Er behauptet, den Behörden alles offengelegt zu haben, schweigt aber in den Einvernahmen zu seinen Vermögensverhältnissen.

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