Fragen Sie Frau Andrea

Badezimmergeruch aus der Hölle

Kolumnen | aus FALTER 13/14 vom 26.03.2014

Liebe Frau Andrea, mein Freund und ich sind verzweifelt. Seit einiger Zeit plagt uns ein, naja, wie sage ich es, bestialischer Geruch im Badezimmer. Er hat nichts mit unseren Hygienestandards zu tun, weil wir beide pingelige Sauberkeitsfanatiker sind. Selbst wenn das Badezimmer leergeräumt und frisch geputzt ist, taucht der Geruch auf. Allerdings nicht immer. Wir sind verzweifelt. Gibt es bei uns Gestankspuk? Nina Koritschona, per NSA-Archivalie

Liebe Nina,

im Lichte der von Ihnen geschilderten Umstände ist an Fäulnis aus herumliegenden Kleiderresten oder modernden Abfällen aus der Haushaltsgastronomie nicht zu denken. Auch Misthaufen, Jauche-und Senkgruben sind selten in der Stadt. Als Geruchsquelle von Pestilenzhauch in modernen Zweipersonenhaushalten muss vorrangig an die Waschmaschine gedacht werden. Meist steht diese, den Anschlüssen geschuldet, im Badezimmer.

In der Regel wird die Waschmaschine junger Paare von diesen selbst aufgestellt. Schwer ist das Anschließen nicht. Der Frischwasserschlauch wird an den dafür vorgesehenen Hahn geschraubt, Strom kommt aus der Steckdose und der Abwasserschlauch wird mit einem etwas dickeren Stutzen verbunden, der in unmittelbarer Nähe des Waschmaschinenwasserhahns aus der Wand ragt. Die Gewinde von Zuwasser-und Abwasseranschlüssen haben unterschiedliche Dimensionen, falsch kann man eigentlich nichts machen. Ein fataler Irrtum! Sehr oft hat der Anschluss, mit dem wir den Abwasserschlauch der Waschmaschine verbinden, wandseitig keinen Geruchsabschluss. Fäulnisgeruch aus der Kanalisation kann ungehindert austreten. Einmal angeschlossen, verbreitet sich der Übelhauch über die Waschmaschine. In bitterer Konsequenz dessen nimmt feuchte Wäsche in der Maschine nach dem Waschen Gestank an und beginnt ekelerregend zu riechen.

Abhilfe im Geruchsdilemma schafft eine einfache, aber weitreichende Maßnahme. Der Abwasserschlauch muss ein S bilden. S wie Syphon. Mit Schnur oder Kabelbinder gebunden, muss der Abwasserschlauch auf Höhe des Anschlusses in der Wand zwei etwa handgroße permanente Schlaufen bilden; eine nach oben und eine nach unten. In diesem Syphon steht nun immer frisches Wasser aus dem letzten Schleudergang, das die Maschine von bösen Gerüchen abtrennt.

Andrea Maria Dusl beantwortet knifflige Fragen der Leserschaft


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