Sagen wir nicht, wir hätten nichts gewusst

Gehirnwäsche, Verschleppung, Folter, Sippenhaft, Hunger, Mord: Der UN-Bericht über Nordkorea lässt keine Fragen offen. Nur eine: Was tun?

Politik | REZENSION: SIBYLLE HAMANN | aus FALTER 13/14 vom 26.03.2014

Diese Falter-Seite heißt "Politisches Buch". Was ist das eigentlich? Eines, das Politik beschreibt? Oder eines, das politisch etwas bewirken will? Physische Buchdeckel braucht ein Buch jedenfalls keine, deswegen geht es hier heute um einen 372-seitigen Download von der Uno-Homepage, die Nordkorea-Studie des Hochkommissariats für Menschenrechte. A/HRC/25/63 heißt das Dokument.

Wer es gelesen hat, ist erschöpft, erschüttert und weiß, wie Politik in Nordkorea funktioniert. Aber was folgt aus diesem Wissen? Müsste nicht sofort jemand handeln? Aber wer - und wie?

Zum Beispiel wissen wir nun, was im Anhaltelager von Chongjin passierte. Die Zeugin Jee Heon erzählt von einer hochschwangeren Frau: "Sie arbeitete den ganzen Tag, die meisten Kinder wurden ja tot geboren. Dieses Baby aber lebte. Da hörten wir Schritte. Der Wächter kam herein. Er sagte uns, wir sollten das Baby kopfüber ins Wasser tauchen. Die Mutter bettelte, aber der Wächter hörte nicht auf sie zu schlagen, und das Baby


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