Glosse Politische Karikatur

Die Geschichte vom Bleistift: zeichnen, bis einen der Blitz trifft?

Falter & Meinung | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 13/14 vom 26.03.2014

In einem Gespräch mit dem Standard brach Gustav Peichl unlängst eine Lanze für die Architekturzeichnung und beklagte den Umstand, dass die meisten Studierenden heutzutage nur noch auf Tastaturen herumklimperten: "Aber der Computer kann nicht kreativ sein!" Stimmt. Kreativ ist der, der diesen bedient. Das ist beim Bleistift allerdings nicht anders. Und das Gekritzel, das Peichl in seiner Rolle als Ironimus in letzter Zeit der Presse zukommen lässt, ist so uninspiriert, dass es dessen Maxime "Zeichnen muss Lust bringen" um mehr als eine Bleistiftlänge verfehlt. Dürfen Karikaturisten eigentlich nicht in Pension gehen? Auch Luis Murschetz versorgt die deutsche Presse seit gefühlten 150 Jahren mit stark espritreduziertem Fadgas. Insofern hat Peichl recht: Die Jungen müssen wieder zeichnen lernen. Es gibt genug zu tun!


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