Nüchtern betrachtet

Der Späti am Schlesi heißt auch nicht mehr so

Feuilleton | Klaus Nüchtern | aus FALTER 13/14 vom 26.03.2014

Seit einiger Zeit wird meine Tochter, die in den vergangenen 19 Jahren keinerlei Anlass gegeben hat, Neigungen in diese Richtung zu vermuten, von Aufräumanfällen heimgesucht, die ihre Eltern entsprechend überrascht, aber auch nicht ganz unentzückt zur Kenntnis nehmen. Diesen Maßnahmen ist etwa die Neuordnung der Gewürzlade zu verdanken (wobei

ich über die Auslagerung der Senftuben gerne noch einmal reden würde). Zuletzt hat Hannah gar Hand ans eigene Zimmer gelegt und Materie, die gewöhnlich bloß vor Ort verschoben wird, aussortiert, soll heißen: in die Küche getragen. Dort lagern jetzt also ein mit Spielzeug gefüllter Müllsack und ein Stapel mit Tagebüchern für kindliche Herzensergießungen in entsprechendem Design.

Auf der rein pragmatischen Ebene ist die Sache sehr simpel, auf der psychosozialen abgründig und hochkomplex. Sprechakttheoretisch betrachtet lautet die Botschaft unmissverständlich: Den Krempel entsorgen könnt ihr. Offiziell wird von der grünbewegten, um


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