Buch der Stunde

Fürchtet euch nicht: Die Angst wird zum Gedicht

Feuilleton | ANDREAS KREMLA | aus FALTER 13/14 vom 26.03.2014

Wovor die alle Angst haben! Eine fürchtet, ständig verwechselt zu werden. Einer weicht allen Schatten aus. Zwei fliehen vor der Entzauberung ihrer Liebe durch alltägliche Unzulänglichkeiten -so konsequent, dass er von ihr unbemerkt beinahe an einer Krankheit stirbt.

Die deutsche Schriftstellerin Annette Pehnt hat über 40 kleine Erzählungen geschrieben, in denen sie die jeweils ganz spezifische Furcht eines (oder zweier) Menschen einfängt. Alphabetisch geordnet setzt sie die Splitter zu einem schillernden Mosaik der Ängste zusammen. Sie alle auf einmal zu lesen könnte überfordern. So skurril die Angst des einen erscheinen mag: In der nächsten Geschichte taucht eines der Monster aus den eigenen Albträumen auf.

Angst ist keine klar definierte Sache. Als "ungerichtete neuronale Aktivierung" hat sie die Neuropsychologie definiert. Besser als jedes Lehrbuch zeigt Pehnts "Lexikon der Angst", wie unterschiedlich diese Anspannung unseres Nervensystems sein kann. Vor Weitschweifigkeit braucht


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