Nachrichten aus dem Inneren

Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 14/14 vom 02.04.2014

Die Redaktion erklärt sich selbst

Dass definitiv und ganz grundlegend etwas falsch läuft im Staate Österreich, hat man zwar schon länger geahnt und von kritischen Zeitgenossinnen und Zeitgenossen auch immer wieder bestätigt bekommen, es wird aber in der Falter-Redaktion auf besonders bestürzende Weise evident: Selbst wenn diese, wie es in einem nur allzu gerne gebrauchten und stets in einem Tonfall, der dazu angetan ist, selbst aus Ebenezer Scrooges Portmonnaie ganze Bündel von Geldscheinen herauszucharmieren, vorgetragenen Wort heißt, "unterbesetzt“ ist, hat die, jetzt nur noch auf den Verzehr von Speis, Trank und Fernsehsendungen sowie süße Geschlechtlichkeit sinnende Mann- und Frauschaft des Politikressorts das Haus längst verlassen, während das gesamte Feuilleton noch damit beschäftigt ist, fuckin’ Kommentarspalten, bleedin’ Kurzmeldungen und friggin’ Kästchenkram mit festerin’ Contentkäse abzufüllen, weil sich Menschen, die Gott eigentlich in die Welt gesetzt hat, um den vierfachen Schriftsinn eines Gitarrensolos zu entbergen, die Schattenseiten des Kreuzreims anzuprangern oder der identitätspolitischen Brisanz der Rötelzeichnungsrenaissance im Mittleren Westen nachzuspüren, jetzt alle auf einmal Crashkurse in Steuerfahndung und Stiftungsrecht absolvieren müssen.

Das hat jetzt, bitte, sofort ein Ende zu finden! Wir wollen das, äh, weg!! Oder die Politikredaktion soll um der lieben Gerechtigkeit willen Lecture-Performance-Exegese treiben. Das kann doch niemand wollen, goddammit?!!


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