Kommentar Restitution

Warum der Betrüger Stephan Templ ein anderes Urteil verdient

Falter & Meinung | Matthias Dusini | aus FALTER 14/14 vom 02.04.2014

Drei Jahre unbedingt: So lautete das Urteil gegen den 53-jährigen Architekten und Journalisten Stephan Templ im April 2013 am Wiener Landesgericht für Strafsachen.

Im Zuge eines Restitutionsverfahrens hatte er die Mitarbeiter einer zwischenstaatlichen Einrichtung, die mit der Rückgabe jüdischen Vermögens an die rechtmäßigen Eigentümer beauftragt ist, angeschwindelt. Mehrmals hatte er den Namen seiner Tante verschwiegen, sodass sich der Erbteil seiner Familie von 550.000 Euro auf 1,1 Millionen verdoppelte.

Die Richter werten das als schweren Betrug, der Oberste Gerichtshof bestätigte den Spruch. Am 4. April urteilt das Oberlandesgericht über die Strafe. Wenn es das Strafmaß nicht mildert, muss Templ ins Gefängnis.

In zahlreichen Zeitungen gab es Berichte, die Österreichs Justiz in schlechtem Licht dastehen lassen. "Opfer werden wieder zu Opfern“, schrieb Spiegel online. "In Österreichs Justiz verstecken sich Seilschaften, die von schlagenden Burschenschaften orchestriert werden“,


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