"Der blinde Glaube ans Wachstum“

Politik | Interview: Robert Misik | aus FALTER 14/14 vom 02.04.2014

Star-Ökonom Tomáš Sedláèek über den Schuldenkick und mathematische Pseudo-Sicherheit

Tomáš Sedláèek ist seit dem Erscheinen seines Bestsellers "Die Ökonomie von Gut und Böse“ so etwas wie ein Popstar der Ökonomie. Der Prager, 37, war Wirtschaftsberater von Präsident Václav Havel und arbeitet heute als Chefvolkswirt der größten tschechischen Bank, ÈSOB. Vergangene Woche war er Eröffnungsredner beim heurigen Symposium Dürnstein.

Falter: Sie sind ein Kritiker der Mainstream-Ökonomie. Die hat aber den Vorteil, dass sie klare Politikempfehlungen abgibt.

Tomáš Sedláèek: Und glauben Sie, dass das eine gute Sache ist? Die Mainstream-Ökonomie tut so, als wäre sie exakt, dabei ist sie das nicht. Sie tut, als wäre sie wertfrei, dabei geht sie von klaren Wertentscheidungen aus. Und sie verbreitet falsche Sicherheiten: Sie baut schöne mathematische Modelle und sagt dann auf dieser Basis, mit 98-prozentiger Sicherheit tritt dieser oder jener Fall ein. Was sie aber nicht sagt,


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