Mit Havel und Grateful Dead durch die Bloodlands

Politik | Rezension: Sebastian Huber | aus FALTER 14/14 vom 02.04.2014

Die Historikerin Marci Shore hat ein bewegendes Buch geschrieben, das hilft, die Seelenlandschaft Osteuropas besser zu verstehen

Seit Kiew während des Aufstands gegen das Janukowytsch-Regime gebrannt und Russland wenig später die Krim annektiert hat, liest man viel über geopolitische Interessen. Über territoriale Integrität. Über Völkerrecht. Aber wenig über die Menschen, die in der Ukraine und ihren Nachbarstaaten leben.

Marci Shore, Historikerin an der Universität Yale, erforscht Mittel- und Osteuropa seit 20 Jahren und legt in "Der Geschmack von Asche“ den Blick auf die Wunden der Gesellschaft frei, die bis heute nicht verheilt sind. "Osteuropa ist anders. Es ist Europa in höherem Maße. Hier leben und sterben die Menschen, nur in höherem Maße“, schreibt Shore zu Beginn. Auf diesen zwischen dem Westen und Russland gelegenen Ländern laste die Vergangenheit spürbar und drückend.

Geschichte könne gnadenlos sein: Durch eine ihrer Launen gingen hier, als der Einfluss und


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