Entmoosung eines Autors

Feuilleton | Reportage: Klaus Nüchtern | aus FALTER 14/14 vom 02.04.2014

Das Gymnasium Rosasgasse würdigt den Autor Gerhard Fritsch, der hier 1942 maturierte, mit einer Gedenktafel und einem Festakt

Die Gedenktafeln hängen mittlerweile ganz schön dicht im Foyer des Gymnasiums Rosasgasse in Meidling. Zwischen den schwarzen Granitplatten, auf denen in Latein an die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs erinnert und behauptet wird, man würde just durch das Getötetwerden Unsterblichkeit erlangen, wurden am vergangenen Freitag im Rahmen eines Festakts auch noch einige Plexiglasplatten enthüllt, die Gerhard Fritsch (1924-1969) als einen Poeten und Patrioten würdigen, der gegen das Vergessen, Verschweigen und Verdrängen angeschrieben hat.

In seinem Gedicht "Wien / November 1945“, dessen Schlussstrophe unter das Porträtfoto des jungen Dichters gesetzt wurde, heißt es: "Ich war im Krieg und habe mitgemacht, / wie alle neben, vor und hinter mir. / Ein paar Millionen wurden umgebracht … / Und viel zu spät, mein Freund, erzähl’ ich dir.“

Fritsch


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