"Wir wollten die Welt verändern!“

Feuilleton | Porträt: Matthias Dusini | aus FALTER 14/14 vom 02.04.2014


Foto: Museum Essl

Foto: Museum Essl

Es ist kein guter Tag für Karlheinz Essl. Die Künstler der Wiener Secession empören sich in einem offenen Brief über den möglichen Ankauf seiner Sammlung durch den Staat. Der grüne Kultursprecher Wolfgang Zinggl rät, lediglich die Rosinen herauszupicken. Stella Rollig, Direktorin des Linzer Lentos-Museums, beschwert sich über Essls anmaßendes Verhalten. Erwin Pröll, der Landeshauptmann von Niederösterreich, winkt ab: „Kein Interesse!“ Ein Chor aus Museumsdirektoren, Galeristen und Künstlern warnt den Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) davor, sich voreilig auf einen Millionendeal einzulassen.

„Man musste damit rechnen, dass nicht alle damit einverstanden sind, aber von der Heftigkeit der Diskussion war ich schon überrascht“, sagt Karlheinz Essl. Er ist verkühlt, wirkt erschöpft, im Halbstundentakt empfängt er im Büro des nach ihm benannten Museums in Klosterneuburg Journalisten. „Wenn man etwas über so viele Jahre aufgebaut hat, ist das, was jetzt passiert, ein harter Schlag.“ Nach vielen fetten Jahren ist er im Jammertal angelangt.


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