Pro und contra Verstaatlichung: Soll die Republik die Sammlung Essl kaufen?

Feuilleton | aus FALTER 14/14 vom 02.04.2014

:: Für den Ankauf spricht der Zeitpunkt. Der Sammler Karlheinz Essl steht finanziell so unter Druck, dass er seine Werk zu einem günstigen Preis verkaufen würde. So käme die Allgemeinheit in den Besitz von Kunst, die sie sich zum üblichen Marktwert nicht leisten könnte. Gut ist der Zeitpunkt auch insofern, als die Bundesregierung wegen der drohenden Baumarkt-Pleite bereit ist, Geld in die Hand zu nehmen.

Die Direktoren der Bundesmuseen klagen zwar über fehlende Ankaufsbudgets. Daran würde aber auch ein einmaliger Millionenbetrag aus dem Budget des Finanzministers nichts ändern. Der Geldhahn würde nur einmal kurz geöffnet, danach wieder Banken und Autobahnbrücken gerettet.

Ein Argument für den Ankauf ist auch die Qualität der Sammlung, die zwar viel Zweitklassiges, allerdings auch einige Meisterwerke umfasst. Welches andere österreichische Museum hat ganze Aktionsräume von Hermann Nitsch, Bilder von Maria Lassnig und Georg Baselitz, dazu Skulpturen von Erwin Wurm und Gabriel


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige