"Ich mag das Tempo dieser Stadt“

Feuilleton | Porträt: Gerhard Stöger | aus FALTER 14/14 vom 02.04.2014

Der britische Wahlwiener Sohn erobert mit berührendem Elektronik- Songwriterpop gerade die Welt

We are all mad here“ steht an der Fassade des Hauses am unteren Ende der Lerchenfelder Straße. Früher beherbergte es ein Studentenwohnheim, heute ist es ein Hotel. Der Tag hat hier 25 Stunden, das kultivierte Durcheinander im Secondhand-Chic ist sein Markenzeichen.

Das oberste Drittel ist zur Gänze verglast, der Blick über Wien prächtig. Nicht so beim Gespräch mit dem bärtigen jungen Mann, der da in schwarzen Boots, schwarzen Jeans, schwarzem T-Shirt und grauer Kapuzenjacke auf der stilvoll abgewetzten Couch sitzt, die Kapuze stets ins Gesicht gezogen. Das Zimmer, das er für seinen Wiener Interviewtag gewählt hat, ist fensterlos und karg, aber das passt auch zur Musik, die der junge Mann macht.

Er kommt aus London, lebt seit geraumer Zeit in Wien, nennt sich Sohn und schreibt seinen Namen stets in Großbuchstaben. SOHN also. Weil "Sohn“ gut klingt, keine konkrete Fährte legt und das


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