An die Nieren und unter die Haut

Feuilleton | Anatomiestunde: Klaus Nüchtern | aus FALTER 14/14 vom 02.04.2014

Krisztina Tóths grandioser Erzählzyklus "Pixel“ mutet den Körpern der Protagonisten einiges zu

Es gibt da diese tollen Rätsel, bei denen man die Geschichte rekonstruieren muss, die hinter einem bizarren Vorfall steht und die etwa so gehen: "Ein Mann kommt in sein Zimmer, sieht die Sägespäne nicht und bringt sich um.“

Es scheint, als habe Krisztina Tóth die Storys in ihrem Buch "Pixel“ nach einem ähnlichen Schema konstruiert: Finde eine Handlung, die den folgenden Dialog als plausibel erscheinen lässt: ",Stell dir vor, ich habe gerade meine Zähne im Klo hinuntergespült.‘, Aha‘, sagte darauf die Frau., Bring Brot mit‘.“ Die Auflösung sieht in diesem Falle so aus: Der Mann hat damit begonnen, die Hinterlassenschaft seiner soeben verstorbenen Mutter zu sortieren und dabei eine Blechschachtel gefunden, in der diese offenbar seine Milchzähne aufbewahrt hat.

Der Mangel an Interesse und Empathie, der aus der erstaunlich ungerührten Antwort seiner Gattin spricht, hat gute


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