Stadtrand Urbanismuskolumne

Der Mikrokosmos im Makrokosmos

Stadtleben | Birgit Wittstock | aus FALTER 14/14 vom 02.04.2014

In Wien gibt es Städte in der Stadt. Quasi die urban gewordene Form der Matrjoschka-Puppe: Man betritt ein Gebäude und steht in einer verkleinerten Version der Stadt. Das Allgemeine Krankenhaus (AKH) ist so eine Stadt in der Stadt. Um auf diesen Vergleich zu kommen, braucht es nicht einmal viel Fantasie, schließlich führen dort "Straßen“ zwischen den einzelnen Stationen und Aufzügen hin und her. Auch dort haben längst die Kebabbude den Würstelstand und die Nudelbraterei den Kebabstand abgelöst. Oder besser gesagt, es existiert dort nun ein drei in eins. Was die AKH-Stadt der Wien-Stadt aber voraus hat, ist ein Supermarkt, der über generöse Öffnungszeiten verfügt. Der hat nicht nur spätabends geöffnet, sondern auch am Wochenende. Muss aber auch so sein - bei den Wartezeiten in den Ambulanzen. Noch so etwas, was Mikrokosmos und Makrokosmos verbindet: der massive Ärztemangel. Während die Patienten jammern, leiden, frohlocken, hoffen und bangen, stöhnen die Ärzte über ungezählte Überstunden und ellenlange Schlangen vor ihren Türen.

Birgit Wittstock hat mal wieder das AKH besucht und war erstaunt über die dortigen Zustände


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