Prost!  Lexikon der Getränke. Diese Woche: Proviant Limonade

Eine hübsche Biolimonade, die doch zum Fürchten ist

Stadtleben | aus FALTER 14/14 vom 02.04.2014

Proviant Fruchtmanufaktur heißt das Berliner Getränke-Start-up in der Kreuzberger Zossenerstraße, dessen Kerngeschäft eigentlich püriertes Obst ist. Die Gründungsgeschichte hört sich an wie bei so vielen aus der Smoothie-Branche: Drei Freunde, die sich seit der Schulzeit kennen, eröffnen einen Laden. Da sich die ursprünglich mitkonzipierten Wraps nicht verkauft haben sollen, beschloss man, sich auf das Geschäft mit den Vitaminen zu konzentrieren.

Neben den Früchten zum Löffeln gibt es aber auch drei verschiedene Limonaden in den Geschmacksrichtungen Apfel, Zitrone und Rhabarber. Die Apfelsaftschorle ist etwas zu sauer geraten. Zu viel Zitrone ist zwar erfrischend, schadet aber dem feinen Aroma des Apfels. Rhabarber klingt interessant, schmeckt jedoch nicht so. Eindeutiger Favorit ist die Zitronenlimonade, die einen fruchtig-herben Weg einschlägt. Mit den hübschen 0,33-Liter-Glasflaschen im Vintage-Stil könnte man hübsche Ausflüge im noch viel hübscheren Vintage-Kostüm machen: Mit Retrokorb, auf dem Waffenrad, mit Schiebermütze und karierter Kniebundhose lässt sich bestimmt fein Proviant-Limonade trinken. Bei solchen Anlässen steht ja vornehmlich die schicke Aufmachung im Vordergrund.

Ein wenig Angst kann man aber haben vor der grafisch abstrahierten Mutti mit der geföhnten Stützwelle. Sie bleckt ihre blendend weißen Zähnen, und die braun-weißen Flecken auf ihrem Gesicht machen sie zusammen mit dem Zusatz "hausgemacht“ noch um einiges angsteinflößender. MS


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