Phettbergs Predigtdienst

Der angebliche Reichtum des Staates Österreich

Kolumnen | Hermes Phettberg | aus FALTER 14/14 vom 02.04.2014

Es erreicht mich nix mehr, kein Gedanke, kein Mail, keine Anrufe, keine Begegnungen. Nur das für mich zuständige Bezirksgericht will mich nimmer besachwalten lassen.

Sir eze las mir den Roman "Freier Fall“ von Friederike Koller vor. Frau Koller ist auch eine geborene Fenz, wie "ich“. Ist aus dem Burgenland, ich bin aber aus dem Weinviertel, Niederösterreich, kein Fenz ist mit mir aber verwandt, den Roman "FREIER FALL“ von Friederike Koller finde ich lesenswert. Weder ein Gotty noch eine Hierarchie finde ich mir zum TROSTLASSEN. Sir eze las mir Zeile für Zeile des "FREIEN FALLS“ vor, und ich wurde zu recht immer kleinlauter! Ich bin ausgesaugt, LEER.

Herr Pape ist heute Heimhilfe. Beim Steman gibt es heute Wiener Schnitzel. Ich bin so besessen vom Bärlauch, dass ich heute noch gekauft habe beim Steman: Bärlauchnudeln als Vorspeise und als Nachspeise Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat, aber keine Suppe, nur die Hälfte davon habe ich gegessen, die andere Hälfte esse ich jetzt zu Abend. Gloria G. & Butterblume & NAC-HI stopfen uns ja eh zusätzlich.

Mein Sachwalter hat mir schon versichert, dass er total eisern kämpfen wird, dass ich bleiben darf als Besachwalteter. Frau Göbel wird jedenfalls am 23. April zum Bezirksgericht mitkommen.

Nun geht Ali mit mir zum Yogananda-Tempel und bringt mich nach neun Uhr zurück. Herr Pape kaufte mir bei der Bäckerei Hafner einen Coffee to go Latte und Apfelstrudel. Jetzt habe ich schon wieder Hunger, ich bin ein Jammer. Für morgen habe ich noch 15 Euro, sonst nichts. Ich kann nur hoffen, dass mein Sachwalter mir wieder einmal helfen wird. Denn morgen gäbe es wieder Fisch und als Nachspeise gäbe es Grießschmarren mit Zwetschkenröster.

Wer wird mir morgen wohl einen Kaffee zahlen? Denn, in der Tat, ich bin finanziell bevorzugt finanziert, allein wenn ich an meinen Heimhelfer, Herrn Pape, denke, aber auch er kann sich absolut nichts "extra“ leisten. Der angebliche Reichtum des Staates Österreich ist ein Potemkin’sches Dorf. Am liebsten würde ich auf der Straße sitzen und betteln. Aber ich wette, im Durchschnitt bin ich viel reicher als alle die, die immer an mir vorbeigehen.

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Hermes Phettberg führt seit 1991 durch das Kirchenjahr


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