Kindermusiktheater Kritik

Vom haltlosen Leben eines Zirkuskindes

Lexikon | SS | aus FALTER 14/14 vom 02.04.2014

Die Mutter ist die Frau mit den Stahlhaaren, der Vater der Clown, die Fremde verheißungsvoll, der Zirkus die haltlose Heimat. Aglaja Veteranyi beschreibt in ihrem autobiografischen Roman "Warum das Kind in der Polenta kocht" (ab 11) das Leben als Zirkuskind; die Regisseurin Sara Ostertag hat mit ihrer Gruppe makemake produktionen eigenwilliges und berührendes Musiktheater daraus gemacht. Fünf Frauen, darunter die zehnjährige Sarah Bahmou, mit Clownnasen und Hundemasken erzählen in wechselnden Rollen vom Leben im Wohnwagen und im Westen, der niemals erfüllt, was er verspricht. Die Musik von Jelena Popržan, eine Mischung aus Balkan und Live-Elektronik, ist poetisch und schräg -wie die Inszenierung, die den Drahtseilakt zwischen Komik und Tragik wunderbar beherrscht.

Dschungel, Di 19.00, Do 19.30


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