Kindertheater Kritik

Zwei Hooligans als Widerstandskämpfer

Lexikon | WK | aus FALTER 14/14 vom 02.04.2014

Wilhelm Buschs 150 Jahre alter Proto-Comic "Max und Moritz" ist im Rabenhof kaum wiederzuerkennen. Die Protagonisten (Paul König und Michael Schusser) tragen zwar die traditionellen Frisuren, sind in Bernhard Studlars Bühnenfassung aber keine juvenilen Straftäter mit sinnloser Lust an Gewalt, sondern politische Rebellen. In "Wilhelmsbusch" herrscht nämlich ein totalitäres System namens Boltewismus, dessen oberste Regel "Keine Fragen -nur an Feiertagen" lautet; Max und Moritz' Streiche sind also Widerstandsaktionen. Die 70 Minuten kurze, überwiegend auch kurzweilige Inszenierung (Roman Freißgaßner) ist eine gute Einführung ins Regietheater: Klassikerzertrümmerung für Menschen ab 6.

Rabenhof, Sa, Mo-Mi 15.00, So 14.00,17.00 (bis 26.5.)


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