Kommentar

Deflation: warum die Geldpolitik ihr Pulver verschossen hat

EZB

Falter & Meinung | Stefan Ederer | aus FALTER 15/14 vom 09.04.2014

Die Inflation geht zurück. Im März waren die Verbraucherpreise nur mehr um 0,5 Prozent höher als im Vorjahr. Damit wird das 2-Prozent-Ziel der Europäischen Zentralbank deutlich verfehlt. Trotzdem hat die EZB letzte Woche beschlossen, die Zinsen unverändert zu lassen. Würde sie sie senken, gäbe es mehr Kredite, so die Hoffnung - und damit mehr Nachfrage und steigende Preise. Doch die EZB hält die Deflationsgefahr für gering. Ihr zufolge resultieren die Preisrückgänge vor allem aus den fallenden internationalen Rohstoffpreisen. Mit der sich fortsetzenden Konjunkturerholung, so glaubt man, werde der Preisauftrieb wieder steigen.

Dass sinkende Rohstoffpreise zum Rückgang der Inflation beitragen, ist zwar nicht falsch. Eine mindestens ebenso wichtige Ursache sind aber die hohe Arbeitslosigkeit und die geringe Nachfrage der Konsumenten - eine Entwicklung mit der Tendenz, sich selbst zu verstärken: Fallen die Preise, dann halten sich Konsumenten und Unternehmen bei ihren Ausgaben zurück.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige