Mannsein ist ungesund

Politik | Besuch: Sibylle Hamann | aus FALTER 15/14 vom 09.04.2014

Wieso leiden Männer anders? Das und vieles andere wird in Wiens einzigem Männergesundheits-zentrum im Kaiser-Franz-Joseph-Spital geklärt

Wahrscheinlich ist es gar nicht so einfach, ein Mann zu sein. Überall Erwartungen, tatsächliche wie eingebildete: Im Job muss man Leistung bringen, im Bett, am Stammtisch, im Fitnessstudio, auf der Autobahn. Immer funktionieren, cool bleiben. Und wenn sich doch einmal ein kurzer Moment der Schwäche einschleicht, dann gibt es nur eins: Augen zu und weitermachen. Der Körper hält das schon aus. Vielleicht geht es ja einfach vorbei.

So weit das Klischee. "Das Klischee ist leider immer noch sehr lebendig“, sagt Romeo Bissuti, Leiter des Wiener Gesundheitszentrums MEN. Er sieht jeden Tag, wohin das führt. Zu ihm kommen Übergewichtige und Herzkranke, Depressive und Alkoholsüchtige, Gewalttätige und Selbstzerstörer, verschlissene Körper, ausgebrannte Seelen. 2700 Beratungsgespräche werden hier pro Jahr geführt, die Hälfte davon in anderen Sprachen


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