Der Komet kommt, die ÖVP ignoriert ihn lieber

Rezension: Thomas Hofer | Politik | aus FALTER 15/14 vom 09.04.2014

Das traditionsreiche Jahrbuch der ÖVP-Akademie teilt kräftig aus. Der Schönheitsfehler: Auf die eigene Partei hat man vergessen

In einer an politischen Publikationen armen Landschaft gehört das "Österreichische Jahrbuch für Politik“ seit Jahrzehnten zu den Leuchttürmen seriöser Beschäftigung mit Entwicklungen der Innenpolitik. Immer wieder ist es der Politischen Akademie der ÖVP gelungen, überraschende Beiträge namhafter Autoren zu sammeln und damit politische Diskussionen loszutreten. Der Anspruch war dabei immer auch, über die Parteigrenzen hinauszugrasen und sich im besten Fall unangenehmen Debatten über das eigene Lager zu stellen.

Diesen Anspruch löst das "Österreichische Jahrbuch für Politik 2013“ leider nicht ein. Ja, auch diesmal sind lesenswerte und blitzsaubere Wahlanalysen von Franz Sommer oder Peter Ulram zu finden. Und die ÖVP-nahen Herausgeber haben sich wieder alle Mühe gegeben, Kritiker aus den Konkurrenzparteien zu finden, die ihre jeweilige politische

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