Mediaforschung  

Stermann und Grissemann, Hansdämpfe in allen Gassen

Verführungskolumne

Medien | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 15/14 vom 09.04.2014

Die Tonlage wechselt von Empörung zu Panik. "Genug ist genug! Zu viele Steuern gefährden Jobs und damit uns alle“, sagt Christoph Grissemann, der grimmigere Teil des Kabarettduos Stermann und Grissemann. Für eine Werbekampagne Anfang des Jahres verkaufte er seine Stimme an die Wirtschaftskammer. "Zuviel Steuern schmecken niemandem.“

"Lieber gut versichern - mit unserer Kfz-Versicherung“, empfiehlt Dirk Stermann, die andere Hälfte. Die Tonlage lustig-fröhlich, gesprochen für den aktuellen Fernsehspot der Wiener Städtischen. Stermann sagt: "Ihre Sorgen möchten wir haben.“

Es läuft gut für die beiden Komiker, man sieht es an ihrem Werbeeinsatz - niemand ist so präsent wie sie. In der Kampagne des Energiekonzerns Verbund spielen sich die beiden sogar selbst. Ihr Dialog im Spot ist zwar völlig unauthentisch - also eher ein bisschen peinlich putzig denn bissig, beinhart witzig. Aber egal, Hauptsache Stermann und Grissemann sind dabei.

Warum ist das Duo so attraktiv für Werbungen? "Sie reden über alles und jeden und der Schmäh, der zwischen den beiden läuft, sorgt für ihre breite Beliebtheit“, erklärt Gerda Reichl-Schebesta von TBWA (Verbund-Werbung). Kobza Media (Wirtschaftskammer) lobt Grissemanns Stimme als "auffällig, eigenständig, irgendwie unwerblich und nicht so schnell verbraucht“. Also: schöne Stimme, zynischer, böser Schmäh für die Masse. Und die dritte Zutat? Sich für alles hergeben. Die Folge: Stermann und Grissemann sind immer und überall.


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