Das Kopieren der Freiheit

Feuilleton | Reportage: Matthias Dusini | aus FALTER 15/14 vom 09.04.2014

Warum der berühmte chinesische Künstler und Autor Chen Danqing ins Kunsthistorische Velázquez und Rembrandt abmalen ging

Drei Chinesen stehen vor der Staffelei und malen ein Konterfei. "Ich weiß, wie lächerlich das wirkt“, sagt Chen Danqing, "aber es ist für mich eine Art Genugtuung.“ Mehrere chinesische Maler weilen derzeit im Kunsthistorischen Museum, um Werke der Gemäldegalerie zu kopieren. Es handelt sich dabei um eine privat finanzierte Reise in mehrere europäische Museen; vor Wien war der Madrider Prado an der Reihe.

Das Abmalen von Originalen gehört im Westen längst nicht mehr zur akademischen Ausbildung, sodass der Anblick von Kopisten wirkt, als wären die Künstler im 19. Jahrhundert steckengeblieben. Wer die Männer (und eine Frau) im Museum sieht, ahnt nicht, dass es sich um Professoren der Zentralen Akademie der bildenden Künste Peking handelt und der aus Schanghai stammende Chen selbst einer der führenden Intellektuellen des Landes ist. "Rembrandt und Velázquez


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