Glaube, Schuld und Sozialismus

Feuilleton | Filmkritik: Michael Omasta | aus FALTER 15/14 vom 09.04.2014

Pawel Pawlikowskis visuell aufregender Film "Ida“ wurde überraschend zum Arthouse-Erfolg

So leergeräumt die Bilder sind, so gerammelt voll ist der Plot: Ehe sie ihr Gelübde ablegt, soll Novizin Anna ihre Tante und letzte lebende Verwandte kennenlernen: Wanda wohnt in der Stadt, ist Richterin und hat ein Alkoholproblem - und sie eröffnet Anna ansatzlos, dass diese eigentlich Ida heiße, Ida Lebenstein, und die Tochter ermordeter Juden sei.

"Ida“, der neue Film des in England lebenden Pawel Pawlikowski, spielt im Polen von 1962. Er handelt "von Identität, Familie, Glaube, Schuld, Sozialismus und Musik“, so der Regisseur, und ist eine Hommage an das Land seiner Kindheit.

Durch sein Schwarzweiß, das klobige alte Bildformat von 1,37:1 (Kamera: Lukasz Zal) und den Verzicht auf einen eigenen Score (man hört Musik von J.S. Bach bis J. Coltrane) scheint der Film der Gegenwart freilich noch viel weiter entrückt. Die kargen Landschaften und öden Kleinstädte, in denen sich Wanda und Ida


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