Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 15/14 vom 09.04.2014

Pop

Todd Terje: It’s Album Time

Der norwegische Produzent legt nach Dancefloor-Krachern und Remixes für Gott und die Welt sein erstes Album vor. Titel und Cover zeigen schon, dass der Mann nicht nur Rhythmus hat, sondern auch gern Spaß bei der Arbeit. "It’s Album Time“ ist eine launige Achterbahnfahrt durch Hit-Territorium wie entlegenere Regionen ("Svensk Sas“ klingt wie George Benson, produziert von Aphex Twin). Nur einmal wird’s ernst: Gastsänger Bryan Ferry gibt Robert Palmers "Johnny and Mary“ als geisterhaften Kitsch-Schleicher. (Olsen) sf

Global

Diverse: Beyond Addis

In den 1970er-Jahren entstand in Äthiopien der sogenannte Ethio-Jazz, eine instrumentale Jazzspielart mit Psychedelikeinschlag, die sehr beseelt und funky angelegt war. Mulatu Astatke hieß ihr prominentester Vertreter. Jahrzehnte später wurde Astatke im großen Stil wiederentdeckt, und heute finden sich in aller Welt Acts, die diesem Sound nacheifern. Der vorliegende Sampler gibt einen Überblick - und bietet eine Stunde exzellenter groovebetonter Musik zwischen verspielt, entspannt und bestimmt. (Trikont) gs

Klassik

Cuarteto Casals: Joseph Haydn

1786 erhielt Joseph Haydn aus dem spanischen Cádiz den Auftrag, eine Meditation über die sieben letzten Worte Jesu zu komponieren. Er schuf ein neunteiliges Orchesterwerk: sieben langsame Sätze, mit einer Einführung zu Beginn und einem Erdbeben am Ende. Die Version für Streichquartett hat das Cuarteto Casals nun am Originalort in Cádiz eingespielt. Für die sehr intensive Komposition findet es stets den richtigen Ton und den großen Bogen. So klingt berührend schöne, fein musizierte Passionsmusik. (HM) mda


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