Nüchtern betrachtet 

Lob des sonntäglichen Etappenschlafs

Feuilleton | aus FALTER 15/14 vom 09.04.2014

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Fast alle Menschen, die ich kenne, schlafen zu wenig oder behaupten zumindest, dass sie zu wenig schliefen. Die einzigen Ausnahmen sind Wurmdobler und meine Schwester. Die liegen meistens schon um halb elf im Bett und mützeln mindestens acht Stunden am Stück durch. Am nächsten Tag sind sie natürlich fit wie ’n Turnschuh und toben durch die Welt wie Tigger durch den Hundert-Morgen-Wald oder ein bunter Gummiball durch einen Song von Mary Roos.

Die Dormitologen, also die Schlafkundler (abgeleitet von engl. dorm für "Schlafsaal“), haben dieses Modell mit dem Akronym "Asas“ belegt ("acht Stunden am Stück“) und lange Zeit als Ideal angepriesen. Ist aber ein Irrtum, denn kulturhistorisch betrachtet ist Durchschlafen gar nicht so das große Ding. Jedenfalls habe ich das vor einiger Zeit in einem Funkkolleg gehört. Möglicherweise war es auch ein Wissenschaftsfeature, wobei ich die Grenzen


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