Stadtrand 

Wenn Wiens Legenden sterben

Urbanismuskolumne

Stadtleben | aus FALTER 15/14 vom 09.04.2014

Birgit Wittstock besucht den in seinen letzten Atemzügen liegenden Böhmischen Prater

Er hat schon bessere Zeiten gesehen: Der Böhmische Prater, das Kleinod im Laaer Wald, leidet unter massivem Besucherschwund. Waren früher an einem sonnigen Frühlingswochenende geschätzte 1000 bis 2000 Besucher in der Fußgängerzone unterwegs, um mit dem Autodrom, dem Riesenrad oder dem Karussell zu fahren, sind es heute gerade einmal ein paar hundert - an einem guten Tag. Der 5000 Quadratmeter kleine Vergnügungspark in Favoriten wirkt auch tatsächlich ziemlich anachronistisch und aus der Zeit gefallen. Statt Achterbahn, Ecstasy und Konsorten bietet der Böhmische Prater Rutschen, Schießbuden und eine Luftburg. Unaufgeregter Spaß für die ganz Kleinen. Grund für den Niedergang sei die mangelnde Anbindung an die Öffis und der fehlende Parkplatz, klagen die Schausteller. Da fragt man sich halt schon, ob die Leute nicht wenigstens einmal am Wochenende ihre müden Hintern selbst bewegen können. Von den Öffis in den Böhmischen Prater geht man nämlich nur lächerliche zehn Minuten. Das sollte einem doch nicht zu weit sein, um dieses sinkende Schiff zu retten.


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