Fußball 

Berechtigte Aufregung, falsche Begründung

Glosse

Stadtleben | aus FALTER 15/14 vom 09.04.2014

Wolfgang Kralicek über eine Hooligan-Attacke vor dem Wiener Derby

Zwei Tage vor dem Wiener Derby wurde ein Nachwuchsspieler der Austria nach dem Training von vermummten Rapid-Fans verprügelt. Die Aufregung war groß, der Boulevard tobte, Rapid distanzierte sich tausendmal, die Spieler gelobten Fairness. Abgesehen davon, dass dabei zum Teil maßlos übertrieben wurde (in der Krone etwa wurde behauptet, wenn England nichts gegen sein Hooligan-Problem unternommen hätte, gäbe es dort jede Woche Tote), wäre dagegen nichts zu sagen: Das Verprügeln junger Männer ist verurteilenswert. Im konkreten Fall besteht der Skandal allerdings darin, dass nicht irgendein junger Mann, sondern ein Fußballer verprügelt wurde - was offenbar noch viel verurteilenswerter ist. Stellt sich die Frage: Warum eigentlich? Noch komplexer wird der Fall, wenn man bedenkt, dass die Schläger offenbar gar nicht wussten, wer ihr Opfer war. Macht das die Tat weniger schlimm? Nein, aber die mediale Aufregung erscheint dadurch noch etwas verlogener.


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