Menschen

Kreisch!

Falters Zoo | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 15/14 vom 09.04.2014

Gerade eben war der Left Boy noch auf dem Falter-Cover (und auf sehr vielen City-Light-Plakaten) zu sehen, vergangene Woche war der Musiker, der mit bürgerlichem Namen Ferdinand Sarnitz heißt, dann endlich auch live in Wien zu sehen. Im ausverkauften Gasometer präsentierte der Left Boy sein neues Album, und wer nicht bei den Kids im Parkett zugegen war, sondern weiter oben auf dem Rang, konnte einen André Heller beobachten, der sehr stolz auf seinen Sohn zu sein schien. Dass die permanente Party nicht nur laut, sondern visuell auch ansprechend daherkam, dafür sorgte übrigens das Wiener Designstudio Strukt um Projektleiterin Tanja Tomic. Ein eigens für Left Boy entwickelter "Dezibel-Meter“ macht den Enthusiasmus der Fans sichtbar: Je lauter das Publikum kreischt, desto größer werden Promigesichter - bis sie platzen. Krass.

Dass Favoriten kommt, sagen wir hier schon länger. Nicht zuletzt, weil mit der Ankerbrotfabrik und der dort ansässigen Galerie OstLicht von Peter Coeln regelmäßig die große Pop- und Kunstwelt in "Öffhundad“ einfällt. Aktuell vertreten durch den in London lebenden Foto-Star Juergen Teller und die Ausstellung "Araki Teller Teller Araki“ (gemeinsam mit dem japanischen Fotografen Nobuyoshi Araki, der leider nicht nach Wien kommen konnte). Bei der Eröffnung vergangene Woche sprach Herr Coeln von einem "künstlerischen Gipfeltreffen“.

Eine ungewöhnliche Autogrammstunde fand in Richard Lugners Gürtelburg statt: Nicht wie sonst auf der Einkaufscenter-Plaza, sondern im VIP-Bereich des Kinocenters nahmen der französische Schauspieler Dany Boon ("Willkommen bei den Sch’tis“) und seine Kollegin Alice Pol Platz, um Fans zu beglücken. Die beiden waren in Wien, um ihr neues Lustspiel in die Kinos zu bringen: "Super Hypochonder“ heißt die Komödie, eine Variante des "eingebildeten Kranken“. Und weil Boon-Filme (der Mann schreibt auch Drehbuch) nicht nur in Frankreich sehr erfolgreich sind, dürfte auch der neue ein Hit werden. Für die Lugner City war der Star dann aber wohl doch zu speziell.

Womöglich wäre Barbara Schöneberger auch zu speziell für die Lugner City. Die deutsche Entertainerin und Talk-Show-Gastgeberin wird, vergangene Woche lüftete man das Geheimnis, heuer zum zweiten Mal die Romy-Gala moderieren. Was einerseits sehr großartig ist (die Frau ist witzig, hat schon zahlreiche ähnliche Veranstaltungen vom "Echo“ abwärts wegmoderiert und macht das richtig gut), andererseits aber schon auch ein bisschen ein Armutszeugnis für die lokale Moderatorinnenszene. Ja, gibt es in Österreich denn nur Schlaftabletten und Nussknacker auf dem Gebiet? Man darf sich jedenfalls schon auf den 26. April freuen.

Was macht eigentlich Bernd Püribauer, wenn er nicht gerade für die Tierkolumne eine Etage tiefer das "Tier der Woche“ zeichnet? Er verschönert Wiener Szenelokale: das Cottage ("Türkenbelagerung 1683“), das Nam Nam. Die jüngste Pürifikation widerfuhr dem generalüberholten Rotenturmstraßen-Café Daniel Moser von Roman Schärf. Püribauer verzierte die Wände dort unter anderem mit einem nackerten "Mock Da“. In 24-karätigem Blattgold. Auf Leinen. Und wenn Sie schon da sind: Unbedingt die Waschräume besuchen! Auch sehenswert.


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