Neue Hoffnung mit Bambus und Lehmziegeln

Lexikon | NS | aus FALTER 15/14 vom 09.04.2014

Eine Schule mit Blick aufs Meer: Dieser Luxus wurde für unterprivilegierte Kinder an der Küste Ecuadors möglich, nachdem das Büro Al Borde Arquitectos einen Pfahlbau auf einer Sanddüne für sie entwarf. Das Konstruktionsprinzip mit Bambuswänden lehnte sich an den lokalen Bootsbau an und wurde gemeinsam mit den Dorfbewohnern errichtet. Dieses geglückte Beispiel für Entwicklung und Partizipation ist nur eines von 22 internationalen Projekten, die derzeit der Schau "Think Global, Build Social! Bauen für eine bessere Welt" im Architekturzentrum zu sehen ist. Ethik engagiert und Ästhetik schließen sich hierbei keinesfalls aus.

Am Beginn der von Architekturhistoriker Andres Lepik kuratierten Ausstellung stehen Holzmodeln für Lehmziegel, wie sie der italienische Architektut Emilio Caravatti für Schulbauten in Mali verwendet hat. Mit dem in Afrika günstigen, aber trotzdem für offizielle Bauten wenig verwendeten Baustoff wurden unkomplizierte "nubische Gewölbe" als Dachkonstruktion umgesetzt. In Chile wichen Favelas sozialen Wohnbauten. Dank der originellen Idee von Elemental wurden Minimalbauten installiert, deren Wohnfläche mit geringem Aufwand verdoppelt werden kann. Auch an österreichischen Universitäten wurde viel über nachhaltiges Bauen in Entwicklungsländern nachgedacht.

Leider gerät der letzte Teil der Ausstellung viel zu dicht. Eine Auswahl der verdienstvollen und oft spannenden Projekte, die das Studio BASEhabitat der Kunstuni Linz, design.build der TU Wien oder Christoph Chorherrs Verein s2arch umgesetzt haben, wäre besser gewesen als die gedrängte Präsentation sämtlicher heimischer Initiativen. Schade, denn es wird deutlich: Mit den Anstrengungen, die von hierzulande ausgegangen sind, ließe sich locker eine eigene Schau bestreiten.

Architekturzentrum Wien, bis 30.6.


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