Sechs-Stunden-Spiel des Castorf-Mysterien-Theaters

Lexikon | WK | aus FALTER 15/14 vom 09.04.2014

Hans Henny Jahnns Frühwerk "Die Krönung Richards III." (1921) wird selten gespielt. Frank Castorf inszeniert selten an der Burg. Für Jahnnund Castorf-Fans fallen hier also Ostern und Weihnachten zusammen. Die Freude ist jedoch nicht ungetrübt: Sechs Stunden (zwei Pausen inklusive) dauert die Aufführung, und da ist schon auch Leerlauf dabei. Castorf ergänzt das ohnedies ausufernde Stück noch um Texte von Heiner Müller oder Antonin Artaud, der einst ein "Theater der Grausamkeit" postulierte. Auch Jahnns todessehnsüchtiges Königsdrama suhlt sich in - meist sexuell konnotierten - Grausamkeiten, die hier aber eher zum Schmunzeln anregen. In Bert Neumanns tollem Ritterburg-Bühnenbild (mit Plumpsklo!) haben vor allem Martin Wuttke als Richard und Sophie Rois natürlich immer wieder große Auftritte. Aber für sechs Stunden reicht's nicht.

Burgtheater, Sa, So 17.00


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