Film Neu im Kino

Ein Familienbild: "Das merkwürdige Kätzchen"

Lexikon | Sabina Zeithammer | aus FALTER 15/14 vom 09.04.2014

In Spielfilmen gibt es häufig Szenen, die Tiefe suggerieren sollen - bzw. im Falle guter Filme tatsächlich Tiefe erzeugen. Da starrt eine Frau ins Leere, stehen nur die Beine eines Buben im Bild, fängt ein Close-up einen Falter ein: Platz für eigene Gefühle und Interpretation lädt den Film für das Publikum mit persönlicher Bedeutung auf.

Ramon Zürchers Werk "Das merkwürdige Kätzchen" setzt diese Technik großzügig ein und schafft damit eine soghafte, interessante Atmosphäre. Allein: Es fehlt die Geschichte, der mithilfe jener Szenen Tiefe verliehen werden könnte. Warum sich elf in unklaren familiären Verhältnissen stehende Menschen, ein Hund und eine Katze in einer Wohnung zusammendrängen, sich gegenseitig beobachten, seltsame, von Distanz und Missachtung geprägte Gespräche führen, hölzerne kleine Geschichten erzählen, die in starren Rückblenden vorgeführt werden - das Publikum weiß es nicht.

So steht man da mit der (persönlichen) Bedeutung, die man -jedenfalls im Zusammenhang einer Handlung - kaum einer der verrätselten Szenen umhängen kann. In der Not wünscht man sich, man hätte auch ein so süßes Kätzchen daheim.

Ab Fr im Stadtkino im Künstlerhaus


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